Die Gesundheits-Wirtschaft ist zentraler Zukunftsmotor

SPD-Fraktion erarbeitet Impulspapier

Wachstumsbranche, Innovationsmotor, Garant für gute Arbeitsplätze: All das ist die Gesundheits-Wirtschaft in Rheinland-Pfalz. Ihre Bedeutung ist enorm. Sie steht für 13 Prozent der Wirtschaftsleistung im Land, eine Bruttowertschöpfung von rund 22 Milliarden Euro im vergangenen Jahr und 293.000 Arbeitsplätze – Tendenz steigend. Die SPD-Landtagsfraktion hat daher zur weiteren Stärkung des Sektors und als Leitlinie für die parlamentarische Arbeit ein Impulspapier erarbeitet, in dem neben der Analyse der Potenziale und Herausforderungen acht Empfehlungen zur wirtschaftspolitischen Agenda formuliert sind. Grundlage hierzu waren zahlreiche Unternehmensbesuche des Arbeitskreises Wirtschaft und Verkehr der Fraktion in den vergangenen Monaten.

„Die Gesundheits-Wirtschaft ist einer der zentralen Zukunftsmotoren in Rheinland-Pfalz: Sie sichert Wohlstand und hochwertige Beschäftigung, stärkt die internationale Wettbewerbsfähigkeit und leistet einen unverzichtbaren Beitrag zu Gesundheit und Lebensqualität. Um dieses Erfolgsmodell weiter auszubauen, braucht es politisches Handeln zur Förderung von Innovationen, zum Abbau von Bürokratie und zur Stärkung von Kooperationen. Wir wollen als SPD-Fraktion diesen Weg in enger Abstimmung mit Wirtschaft, Wissenschaft, Versorgungseinrichtungen und Sozialpartnern weiter beschreiten“, betont Dr. Anna Köbberling, Vorsitzende des Arbeitskreises Wirtschaft und wirtschaftspolitische Sprecherin der Fraktion, die das Papier federführend erstellt hat.

Im Kern des Impulspapiers stehen folgende acht Handlungsempfehlungen, die sich vor allem aus den vielen bei den Unternehmensbesuchen formulierten Wünschen, Anregungen und Ideen der Branche ergeben haben:

  1. Enge Zusammenarbeit mit anderen „Pharma-Ländern“, um im Dialog mit der Bundesregierung zu prüfen, ob und wie Vereinfachungen und ein Abbau innovationshemmender Regulierungen im gesetzlichen Rahmen erreicht werden können.
  2. Fortführung des Pharmadialogs auf Bundesebene gemeinsam mit anderen „Pharma-Ländern“, mit dem Ziel unter anderem der Sicherung von Preisstabilität und einer schnelleren Genehmigung klinischer Studien.
  3. Weiterführung des rheinland-pfälzischen Pharmadialogs zur Stärkung des Dialogs zwischen Politik, Wirtschaft und Wissenschaft.
  4. Weiterer Ausbau des Innovationshubs Gesundheitswirtschaft und Förderung der Zusammenarbeit von Unternehmen bei der Skalierung von Produktionsprozessen.
  5. Sicherung und Gewinnung von Fachkräften durch den Ausbau der Wirtschaftsstandortmarke „Rheinland-Pfalz. GOLD“ sowie durch politische Initiativen für eine beschleunigte Visa-Vergabe für internationale Fachkräfte.
  6. Sicherstellung von effizienten Prozessen in Landesbehörden wie LSJV und LUA, damit Zulassungs- und Genehmigungsverfahren schnell erfolgen.
  7. Beschleunigte Digitalisierung unter Beachtung von Datenschutz und Sicherheit der Patientinnen und Patienten; gleichzeitig Dialog mit Kommunen zur Schaffung fairer Kostenbedingungen für Unternehmen beim Glasfaserausbau.
  8. Stärkung der Impfprävention durch Vereinfachung und bessere Organisation von Impfangeboten in Apotheken sowie Einsatz auf Bundesebene zur Einführung eines digitalen Impfpasses.

„Besonders erfreulich ist, dass gerade die Innovationsstärke ein zentrales Merkmal der rheinland-pfälzischen Gesundheits-Wirtschaft ist. Bei der Anzahl der Patente in den Bereichen Biotechnologie und Pharmazie ist Rheinland-Pfalz bundesweit an der Spitze. Auch das zeigt das enorme Potenzial, das weiterhin in diesem Sektor steckt und das wir weiter konsequent ausschöpfen wollen“, führt Köbberling aus.

Die Gespräche des Arbeitskreises mit Branchenführern wie unter anderem Boehringer, BASF und Biontech, aber auch mit vielen sehr erfolgreichen kleineren mittelständischen Unternehmen haben gezeigt, wo die SPD-Fraktion mit ihrer parlamentarischen Arbeit gezielt unterstützen kann. Denn Herausforderungen infolge der digitalen Transformation, der Wirrungen in der internationalen Zoll- und Wirtschaftspolitik, der regulatorischen Anforderungen insbesondere durch die EU-Ebene und in Teilen auch der Mangel an Fachkräften treffen die Gesundheits-Wirtschaft ebenso wie spezielle Schwierigkeiten bei der Datennutzung oder Zulassungsprozessen. „Dem begegnet die Landesregierung mit der Stärkung der sehr guten Innovationsbasis und der wachsenden Netzwerke sowie mit gezielter Landesförderung, um Forschung, Digitalisierung und Unternehmertum in diesem Zukunftsfeld zu unterstützen. Mit Erfolg, denn die Gespräche zeigen, dass sich die besuchten Unternehmen alle sehr gut unterstützt fühlen“, erläutert Köbberling. „Deswegen wollen wir als SPD-Fraktion diesen erfolgreichen Kurs weiter stärken und mit unseren Initiativen zum Ausbau beitragen. Dieses Impulspapier ist ein Baustein dazu.“

Hintergrund:

Das Impulspapier „GesundheitsWirtschaft als Erfolgsmodell“ finden Sie im Anhang. Es ist das vierte Impulspapier zur rheinland-pfälzischen Wirtschaftspolitik, das der Arbeitskreis Wirtschaft und Verkehr in dieser Legislatur erarbeitet hat. Vergangene Papiere waren: ,,Was heißt hier Transformation?- Acht Impulse zur Transformationspolitik in Rheinland-Pfalz“, „Innovation im Handwerk und Mittelstand: Leitlinien für eine vorausschauende Wirtschafts- und Innovationspolitik in Rheinland-Pfalz“ und ,,KreislaufWIRTSCHAFT: Zur Zukunft des zirkulären Wirtschaftens in Rheinland- Pfalz“.

Veröffentlicht am 22.12.2025.